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Wegen Terrorverdacht
Präsident Erdogan entlässt über 18 000 Staatsbedienstete

Istanbul. Kurz vor einer möglichen Aufhebung des seit zwei Jahren anhaltenden Ausnahmezustands in der Türkei sind dort mehr als 18 000 Staatsbedienstete per Notstandsdekret entlassen worden. Darunter sind rund 9000 Polizisten und mehr als 6000 Armeeangehörige, aber auch Lehrer, Uni-Dozenten und Mitarbeiter verschiedener Ministerien.

Das geht aus dem gestern im Amtsblatt veröffentlichten Dekret hervor. Außerdem wurden zwölf Vereine, drei Zeitungen und ein Fernsehsender geschlossen.

Grund für die Maßnahme seien mutmaßliche Verbindungen zu Terrororganisationen oder Aktivitäten gegen die Staatssicherheit. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu handelte es sich um das letzte Dekret vor der erwarteten Aufhebung des Ausnahmezustands. Das hatte Noch-Ministerpräsident Binali Yildirim jüngst angedeutet. Heute soll Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vereidigt werden, der vor zwei Wochen wiedergewählt wurde und künftig zugleich Staats- und Regierungschef ist. Das neue Parlament nahm seine Arbeit am Samstag auf. > Seite A 4