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Franziskus
Papst beruft Bischöfe zu Gipfel um Missbrauchsskandal

Papst Franziskus steht wegen der Missbrauchsvorwürfe in der Kirche zunehmend unter Druck.
Papst Franziskus steht wegen der Missbrauchsvorwürfe in der Kirche zunehmend unter Druck. FOTO: AP / Andrew Medichini
Rom. Papst Franziskus will im Skandal um die Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche die Chefs aller nationalen Bischofskonferenzen zu einem Gipfeltreffen laden. Als Termin nannte der Vatikan gestern den 21. bis 24. Februar.

Die neun Mitglieder des Kardinalsrats, die den Papst zu internen Kirchenreformen beraten, hätten mit Franziskus intensive Gespräche über das Missbrauchsthema geführt, hieß es.

Berichte über den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester erschüttern die Kirche immer mehr – der Papst steht zunehmend unter Druck. In Deutschland wurden gestern Zahlen zum Ausmaß des Missbrauchs bekannt. „Spiegel“ und „Zeit“ veröffentlichten vorab Ergebnisse einer Untersuchung, die die Deutsche Bischofskonferenz offiziell erst am 25. September vorstellen wollte. Dafür wurden demnach mehr als 38 000 Personal- und Handakten aus 27 deutschen Diözesen untersucht und ausgewertet. Für die Zeitspanne von 1946 bis 2014 zähle die Studie 3677 überwiegend männliche Minderjährige als Opfer sexueller Vergehen. Die Taten seien von insgesamt 1670 Klerikern begangen worden, berichteten die Blätter.