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Österreichs Ex-Vizekanzler
Strache beendet politische Karriere

 Die Ibiza-Affäre um Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache führte zum Bruch der ÖVP/FPÖ-Regierung.
Die Ibiza-Affäre um Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache führte zum Bruch der ÖVP/FPÖ-Regierung. FOTO: dpa / Ronald Zak
Wien. Österreichs Ex-Vizekanzler lässt zudem seine Mitgliedschaft in der FPÖ ruhen. dpa

Der frühere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat zwei Tage nach dem Wahldebakel der FPÖ seine politische Karriere beendet. Zudem lässt er seine Parteimitgliedschaft bei den Rechtspopulisten ruhen. Er strebe nicht zuletzt zum Schutz seiner Familie keine politischen Funktionen mehr an, sagte der 50-Jährige am Dienstag in Wien. Auch wolle er weiteren Schaden von der FPÖ abwenden und „eine Zerreißprobe und Spaltung“ der Partei verhindern. Es sei wichtig, dass die Partei ein bedeutender Faktor in der Politik bleibe. Er habe den Großteil seines Leben der FPÖ gewidmet, um eine „Erneuerung der Republik“ zu erreichen.

Strache war seit Sonntag teils sehr deutlich eine große Mitschuld am desaströsen Wahlergebnis der Rechtspopulisten gegeben worden. Mit dem Ibiza-Video und zuletzt einer Spesenaffäre hatte er seine Partei in größte Schwierigkeiten gebracht.

Die Veröffentlichung des Ibiza-Videos, das Strache anfällig für Korruption erscheinen lässt, hatte im Mai zu einer Regierungskrise und dem Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition geführt. Eine Woche vor der Wahl geriet die Partei zudem in eine Spesenaffäre. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Strache, weil er Spesen möglicherweise falsch abgerechnet und sich so Parteigelder in die eigene Tasche gesteckt hat. Strache bestreitet die Vorwürfe gegen ihn bisher vehement.



Im Zuge der Spesenaffäre und nach dem schlechten Wahlergebnis hatten einige FPÖ-Politiker klar gemacht, dass Strache in der Partei nicht mehr erwünscht ist. Der Schritt des 50-Jährigen kam, bevor die FPÖ-Spitzengremien auch über einen möglichen Ausschluss beraten wollten.