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Mängel bei Integration
Deutschland holt bei Bildung auf

Bundes­ministerin 
Anja Karliczek sieht 
Deutschland bei der Bildung 
gut aufgestellt.
Bundes­ministerin Anja Karliczek sieht Deutschland bei der Bildung gut aufgestellt. FOTO: dpa / Britta Pedersen
Berlin. OECD-Bericht sieht aber weiterhin einen engen Zusammenhang mit der sozialen Herkunft. kna

(kna) Im Vergleich mit anderen Industrienationen ist Deutschland ins Sachen Bildung gut aufgestellt. Zugleich sieht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem gestern in Berlin vorgestellten Bildungsbericht Verbesserungsbedarf in bestimmten Bereichen. Als wichtigste Herausforderung nannte OECD-Experte Heino von Meyer eine hohe Zahl an jungen Menschen ohne qualifizierten Abschluss, eine weiterhin hohe Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg sowie Mängel bei der Integration.

Nach Ansicht von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bescheinigt die Studie Deutschland dessen ungeachtet ein „stabiles, leitungsfähiges und zukunftsfähiges Bildungssystem“. Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), nannte als wichtigste Aufgaben, die Inklusion und Integration zu verbessern sowie Maßnahmen gegen den Lehrermangel zu ergreifen. Die Länder müssten mehr in Bildung investieren, die Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen vereinfachen und den Lehrerberuf attraktiver machen.

Von Meyer sah „beachtliche Fortschritte“ beim Ausbau der frühkindlichen Bildung. Laut Studie stieg der Anteil der unter Dreijährigen, die eine Kita besuchen, von 2005 bis 2016 um 20 auf 37 Prozent; dabei sind Akademikerkinder überproportional vertreten. Von den Drei- bis Fünfjährigen gehen laut Studie fast alle Kinder in eine Kita, gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 86 Prozent.



85 Prozent der Schüler in Deutschland machten einen Gymnasial- oder Berufsschulabschluss. Allerdings hätten 2017 über 13 Prozent der 25- bis 34-Jährigen keinen qualifizierten Abschluss besessen – der OECD-Durchschnitt liegt bei 15 Prozent. Laut der Studie wird die Hälfte der jungen Erwachsenen ein Studium aufnehmen – im OECD-Durchschnitt sind es 58 Prozent. Von Akademikerschwemme könne deshalb keine Rede sein, so OECD-Experte von Meyer. Zugleich zeige sich hier am deutlichsten die Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildung.