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Kommentar
Noch ist es nur ein Traum

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Das Jahr 2025 wird immer mehr zum Symbol der europäischen Propheten. Schon einmal tauchte es in einer Rede des Kommissionspräsidenten auf – als Zeitpunkt, zu dem (fast) alle EU-Mitgliedstaaten mit dem Euro zahlen. Von Detlef Drewes

Nun ist es wieder da – als der Moment, in dem die europäische Familie Zuwachs bekommen könnte. Jean-Claude Juncker und seine Kommission verabreichen dem von Brexit und Schuldenkrise angeschlagenen Ego der Union eine Dosis Zuversicht: Der Westbalkan, so hätte er es gerne, hat sich endgültig für die Gemeinschaft entschieden. Zeit also, um neue Mitglieder aufzunehmen. Vielleicht Serbien und Montenegro. Danach Mazedonien, Albanien und am Ende auch Bosnien-Herzegowina und das Kosovo. Noch ist das kein Plan, sondern nur ein Traum. Aber nicht einmal die Kommission verschließt die Augen vor der Realität. Denn die Länder sind noch lange nicht das, was man beitrittsreif nennt – weder innenpolitisch, noch rechtsstaatlich. Und schon gar nicht außenpolitisch, was ihre Beziehungen untereinander betrifft.