| 22:01 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen
Hinweise auf Terror-Motiv in Utrecht

 Am Tatort legten viele Menschen Blumen und Erinnerungsgegenstände nieder.
Am Tatort legten viele Menschen Blumen und Erinnerungsgegenstände nieder. FOTO: AP / Peter Dejong
Utrecht. Nach den tödlichen Schüssen in einer Straßenbahn in Utrecht verdichten sich die Hinweise auf ein „terroristisches“ Motiv. Polizei und Staatsanwaltschaft in den Niederlanden teilten gestern mit, ein Brief im Fluchtauto des mutmaßlichen Täters deute in diese Richtung. afp

Bei dem Angriff waren am Montag drei Menschen getötet worden. Die Polizei verhörte drei Verdächtige, darunter den 37-jährigen Gökmen Tanis. Türkische Medien hatten am Vortag Verwandte von Tanis zitiert, die von einem möglichen Familienstreit als Motiv berichteten.

Die niederländische Polizei und Staatsanwaltschaft erklärten dazu, sie hätten „keinerlei Verbindungen“ zwischen dem Hauptverdächtigen und seinen Opfern gefunden. Bei ihnen handelt es sich um eine 19-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 28 und 49 Jahren. Alle drei stammen aus der Provinz Utrecht. Die Polizei teilte weiter mit, neben dem Brief im Fluchtauto sei nach Tanis‘ Festnahme auch eine Schusswaffe gefunden worden. Bei den anderen beiden Verdächtigen, die ebenfalls verhört würden, handele es sich um zwei Männer im Alter von 23 und 27 Jahren. Die Ermittler aktualisierten außerdem die Angaben zu den Opfern. Demnach wurden sieben Menschen bei der Tat verletzt, drei von ihnen schwer. Am Tatort legten gestern zahlreiche Utrechter Blumen nieder. An vielen Gebäuden in den Niederlanden wehten die Fahnen gestern auf halbmast.

Die Tat hatte in der historischen Universitätsstaat einen stundenlangen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Stadt empfahl den Schulen zu schließen und den Einwohnern, im Haus zu bleiben. Die Militärpolizei verschärfte die Sicherheitsvorkehrungen für Flughäfen, Moscheen und wichtige Gebäude. Auch an der deutsch-niederländischen Grenze wurden die Kontrollen verstärkt.



Niederländische Medien berichteten unterdessen, der 37-jährige Hauptverdächtige habe ein langes Vorstrafenregister. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender NOS stand Gökmen Tanis erst vor zwei Wochen wegen Vergewaltigung vor Gericht.

 Am Tatort legten viele Menschen Blumen und Erinnerungsgegenstände nieder.
Am Tatort legten viele Menschen Blumen und Erinnerungsgegenstände nieder. FOTO: AP / Peter Dejong