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Rheinland-Pfalz unter Bundesschnitt
Mehr Kinder brauchen Hartz IV

Berlin. Rheinland-Pfalz liegt mit einer Quote von 11,9 Prozent unter dem Bundesschnitt.

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland brauchen Hartz IV. Der Anstieg der vergangenen Jahre geht auf die Zuwanderung zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit gestern mitteilte. Insgesamt ist etwa jedes siebte Kind auf Grundsicherung angewiesen.

In Rheinland-Pfalz bezogen demnach Mitte 2017 knapp 83 000 Kinder und Jugendliche Hartz IV. Das entspricht einem Anstieg von 9,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Insgesamt lebten damit in Rheinland-Pfalz rund 11,9 Prozent der unter 18-Jährigen in Familien, die wegen Jobverlusts oder zu geringen Lohns auf Hartz IV angewiesen waren. Das Bundesland liegt mit dieser Quote unter dem bundesweiten Durchschnitt von 14,6 Prozent.

In der gesamten Bundesrepublik erhöhte sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Hartz-IV-Haushalten den Angaben zufolge zwischen 2013 und dem vergangenen Jahr von 1,9 Millionen auf 2,05 Millionen. Dies entspricht einem Zuwachs von 7,9 Prozent. Die Zahl der ausländischen Bezieher unter 18 verdoppelte sich, während es bei den deutschen Beziehern einen Rückgang von 8,9 Prozent gab. Die Zahl der minderjährigen deutschen Hartz-IV-Empfänger sank von gut 1,6 Millionen auf knapp 1,5 Millionen, die der ausländischen Empfänger stieg von 289 000 auf 584 000. Besonders hoch war der Anteil bei den Kindern unter drei Jahren: Mit den 383 000 Hartz-IV-Empfängern war in dieser Altersgruppe fast jedes sechste Kind betroffen.



Die größte Steigerung war bei den Kindern und Jugendlichen aus Asyl-Herkunftsländern zu verzeichnen. Waren unter ihnen 2013 noch 47 000 der Hartz-IV-Bezieher unter 18, waren es im vergangenen Jahr 318 000 – davon 205 000 aus Syrien. Die Statistik der Bundesagentur erfasst all jene Hartz-IV-Empfänger, die nicht mehr den Status eines Asylbewerbers haben und entweder eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen oder geduldet sind.

Aber auch bei den minderjährigen Hartz-IV-Beziehern aus anderen EU-Staaten gab es nahezu eine Verdreifachung der Zahlen – von 33 000 auf 93 000.