| 23:10 Uhr

Vorstoß von Bernd Riexinger
Linke will die 1. Klasse in Regionalzügen abschaffen

 Bitte eintreten: Bei der Bahn haben die Fahrgäste die Wahl zwischen 1. und 2. Klasse.
Bitte eintreten: Bei der Bahn haben die Fahrgäste die Wahl zwischen 1. und 2. Klasse. FOTO: dpa-tmn / Tim Brakemeier
Berlin. Platz für Massen statt zwei Klassen: Die Linke will die besseren Plätze los werden. Doch die Bahn hat die privilegierten Sitze nicht ohne Grund.

(dpa) Die Linke fordert die Abschaffung der 1. Klasse im Nahverkehr. „Wir leisten es uns, in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons mit Wagen der 1. Klasse mitzuschleppen“, erklärte Linken-Parteichef Bernd Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bus und Bahn müssten aber für alle gut werden, nicht „überfüllt für die einen und fast leer für die anderen“. Die 1. Klasse gehöre abgeschafft, im Bus gebe es sie ja auch nicht.

„Grober Unfug“, kommentierte der Fahrgastverband Pro Bahn und der Verband deutscher Verkehrsunternehmen schloss sich an. Die Bahn selbst machte deutlich, dass es nicht viel bringen würde, die privilegierten Plätze auszubauen.

Die Bahn fährt zwei Drittel aller Regionalzüge in Deutschland. 6,5 Prozent ihrer rund eine Million Sitzplätze sind nach Konzernangaben noch der 1. Klasse vorbehalten. „Der Anteil der 1.-Klasse-Kapazitäten ist über die Jahre zurückgegangen, allerdings wird dieses Angebot weiterhin in vielen Regionen nachgefragt“, sagte ein Sprecher.



Manchmal sind die Sitze nicht breiter als in der 2. Klasse. Die Bahn geht davon aus, dass ein Ende der 1. Klasse nur „sehr geringfügig“, mehr Plätze bringen würde. „Wenn ich mehr Platz schaffen will, brauche ich längere Züge“, sagte der Ehrenvorsitzende des Verbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann. Die 1. Klasse aber müsse bleiben. Gerade auf längeren Strecken und im Berufsverkehr schätzten Fahrgäste die Aussicht auf freie Sitzplätze und ruhiges Arbeiten.