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Missbrauch von EU-Geldern
Langmut ist fehl am Platz

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wie viel ist eine EU wert, die sich zur Pressefreiheit bekennt, aber das Leben von Enthüllungsjournalisten nicht schützen kann? Natürlich – Mordfälle wie auf Malta oder in der Slowakei sind Sache der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Von Detlef Drewes

Es ist schlimm genug, dass in einigen Ländern die Ermittlungen erst nach öffentlichem Druck in Gang kamen. Aber die EU bleibt dennoch nicht ohnmächtig. Die Polizeizentrale Europol, die Anti-Korruptionsbehörde Olaf, der Europäische Rechnungshof – die Instrumente zur Bekämpfung von kriminellen Machenschaften mit EU-Geldern sind da. Aber wenn sich solche Behörden darauf ausruhen, alle zwölf Monate einen Jahresbericht zu veröffentlichen, ist das ärgerlich. Denn diese Union vergibt Gelder, die der Steuerzahler in den Mitgliedstaaten aufgebracht hat. Da sind Langmut und Oberflächlichkeit bei der Recherche von Missbrauch fehl am Platz.