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Berlin
Kujat erwartet Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan

 Für Ex-Generalinspekteur Harald Kujat ist ein Verbleib der Bundeswehr in Afghanistan ausgeschlossen.
Für Ex-Generalinspekteur Harald Kujat ist ein Verbleib der Bundeswehr in Afghanistan ausgeschlossen. FOTO: picture alliance / Revierfoto/dpa / dpa Picture-Alliance / Revierfoto
Berlin. Mit dem möglichen Abzug tausender US-Soldaten aus Afghanistan wäre für den früheren Generalinspekteur Harald Kujat auch ein Ende des Einsatzes deutscher Truppen am Hindukusch zwingend. „Wenn die Vereinigten Staaten sich bis auf ein Restkontingent aus Afghanistan zurückziehen, gibt es auch für uns keinen Grund mehr, diesen Einsatz fortzusetzen“, sagte Kujat dem „Tagesspiegel“.

Wenn zudem Schutz und Unterstützung deutscher Soldaten nicht hundertprozentig gewährleistet sei, müsse die Bundeswehr den Einsatz in Afghanistan beenden. Das stehe „außer Frage.“

Kujat rechnete nicht damit, dass einzelne Nato-Staaten wie etwa Großbritannien ihre Kontingente aufstocken, um den Abzug der US-Soldaten auszugleichen. Derzeit sind im Rahmen des Unterstützungs- und Ausbildungseinsatzes „Resolute Support“ der Nato rund 1100 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert. US-Präsident Donald Trump will das aktuelle Kontingent von etwa 14 000 US-Soldaten in Afghanistan stark reduzieren.

Kritisch äußerte sich auch der ehemalige Nato-General Egon Ramms. „Der Truppenabzug würde bedeuten, dass die Amerikaner wesentliche Unterstützungsleistungen für die anderen dort eingesetzten Nationen wie beispielsweise Deutschland nicht mehr leisten könnten“, sagte er dem Radiosender hr-Info. Der Einsatz „Resolute Support“ hätte dann letztendlich „keinen Sinn mehr“.