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Aktivistengruppe fahndet im Internet
Suche nach rechten Demonstranten

Chemnitz machte mehrfach mit rechten Demos Schlagzeilen.
Chemnitz machte mehrfach mit rechten Demos Schlagzeilen. FOTO: dpa / ---
Berlin/Chemnitz. Die Künstler- und Aktivistengruppe „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) fahndet im Internet nach Teilnehmern rechter Ausschreitungen Ende August in Chemnitz. Auch die Arbeitgeber der Beteiligten sollen ausfindig gemacht werden, kündigte das ZPS gestern an. epd

Mit der Aktion will die Gruppe gegen rechte Gewalt protestieren – und erregte Kritik.

Dazu schaltete sie eine Internetseite frei, auf der Fotos von mutmaßlichen Teilnehmern der rechten Demos sowie der Ausschreitungen in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen zu sehen sind, zu dem drei Asylbewerber verdächtig sind. Für die Seite seien drei Millionen Bilder von 7000 Verdächtigen aus öffentlichen Portalen wie Facebook ausgewertet worden, erklärte die Gruppe. Die Öffentlichkeit sei aufgerufen, Teilnehmer zu identifizieren. „Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten und kassieren Sie Sofort-Bargeld. Helfen Sie uns, die entsprechenden Problemdeutschen aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu entfernen“, erklärte das ZPS. Die Ächtung von rechten Straftätern sei ein gesamtgesellschaftlicher Prozess.

Sachsens Landesregierung ging mit einer Abmahnung juristisch gegen die Künstlergruppe vor. Diese dürfe das Logo der sächsischen Standortkampagne „So geht sächsisch“ nicht verwenden, hieß es.