| 22:20 Uhr

Sender für Entschuldigung getadelt
Kritik am Umgang des WDR mit „Umweltsau“-Satire

Frankfurt/Berlin. Die „Umweltsau“-Satire des Westdeutschen Rundfunks ruft weitere Kritiker auf den Plan. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und das Deutsche Kinderhilfswerk tadelten am Montag aber nicht etwa das von einem Kinderchor gesungene Lied über eine fiktive Oma, sondern den Umgang des Senders mit der Kontroverse. epd/red

Die WDR-Verantwortlichen sowie die Sicherheitsbehörden müssten sich aktiv um den Schutz und die Sicherheit des freien Journalisten Danny Hollek bemühen, forderte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall in Berlin und wies darauf hin, dass der Journalist derzeit Opfer von Beleidigungen und Morddrohungen im Zusammenhang mit seinen Tweets zu dem Thema sei.

Hollek ist beim WDR in der Abteilung für Soziale Medien tätig. Im Zuge der Debatte um das Kinderchor-Video des WDR hatte er auf Twitter gegen die Kritiker gepöbelt: „Lass mal über die Großeltern reden, von denen, die jetzt sich über Umweltsau aufregen. Eure Oma war keine Umweltsau. Stimmt. Sondern eine Nazisau.“



Der Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes, Überall, beklagte, dass daraufhin Angehörige der rechtsextremen Szene vor Holleks Haus aufmarschiert seien und versucht hätten, den Journalisten einzuschüchtern. Zugleich bezeichnete Überall die redaktionelle Distanzierung des WDR-Intendanten Tom Buhrow von der Satire als „wenig hilfreich“: „Buhrow muss sich der Frage stellen, ob er mit seiner eilfertigen redaktionellen Distanzierung für den Beitrag nicht all denen Oberwasser gegeben hat, die nicht auf den Austausch von Argumenten, sondern auf das Mundtotmachen kritischer Journalisten aus sind.“

Intendant Buhrow bekräftigte hingegen am Montag seine Kritik und entschuldigte sich erneut. Satire habe ihren Platz und sei dazu da, Mächtige aufs Korn zu nehmen, aber nicht, um eine Generation pauschal vor den Kopf zu stoßen und die Gefühle von Menschen zu verletzen.