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Umstrittene Verbindung
Krim-Brücke ist offiziell freigegeben

Diese Brücke verbindet die Halbinsel Krim mit dem russischen Kernland. Politisch ist sie hoch umstritten.
Diese Brücke verbindet die Halbinsel Krim mit dem russischen Kernland. Politisch ist sie hoch umstritten. FOTO: dpa / Alexander Nemenov
Kertsch. Autos können nun vom russischen Kernland aus auf die annektierte Halbinsel fahren.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die umstrittene Brücke zwischen dem Kernland und der annektierten Halbinsel Krim für den Autoverkehr freigegeben. Der Staatschef setzte sich selbst ans Steuer eines orangen Lastwagens und fuhr die 19 Kilometer lange Strecke ab. Das Staatsfernsehen übertrug die Fahrt gestern live. Putin folgten zahlreiche Lastwagen in einer Kolonne.

Die Brücke über die Meerenge von Kertsch verbindet das russische Kernland mit dem beliebten Urlaubsziel Krim, denn Russland hat keinen direkten Landweg dorthin. Moskau hatte sich die Krim nach einem umstrittenen Referendum im März 2014 einverleibt. Die Ukraine sieht die Halbinsel weiterhin als Teil ihres Staatsgebiets. Der Westen verurteilt den Schritt Moskaus als Völkerrechtsbruch.

Putin bedankte sich vor der Fahrt bei den Ingenieuren und Bauarbeitern für ihren Einsatz. „Das hier ist der erste Teil, aber wahrscheinlich auch der wichtigste“, sagte er auf der Brücke. Ab dem heutigen Mittwochmorgen sollen Autofahrer die Straße nutzen können, die Zugstrecke soll kommendes Jahr freigegeben werden.