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Kopten feiern unter Polizeischutz

Berlin/Kairo. Nach dem Anschlag von Alexandria und weiteren Drohungen haben koptische Christen vielerorts auf der Welt ihr Weihnachtsfest in diesem Jahr unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen gefeiert. Auch in Deutschland standen die Gottesdienste am Donnerstagabend unter Polizeischutz

Berlin/Kairo. Nach dem Anschlag von Alexandria und weiteren Drohungen haben koptische Christen vielerorts auf der Welt ihr Weihnachtsfest in diesem Jahr unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen gefeiert. Auch in Deutschland standen die Gottesdienste am Donnerstagabend unter Polizeischutz. Demonstrativ stellten sich Vertreter anderer Religionsgemeinschaften und Politiker an die Seite der Kopten und nahmen an den Feiern zum orthodoxen Weihnachtsfest teil.In Berlin kamen auch Politiker zu den Feiern. Angekündigt hatten sich unter anderem der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir und CDU- Generalsekretär Hermann Gröhe. "Das hat uns Mut gemacht, das war ein gutes Zeichen", sagte anschließend ein Gemeindemitglied. Auf das sonst übliche Festessen im Anschluss an den Gottesdienst sei in diesem Jahr aber mit Rücksicht auf die Anschlagsopfer von Alexandria verzichtet worden.

In der ägyptischen Hafenstadt waren in der Neujahrsnacht bei einem Selbstmordanschlag vor einer koptischen Kirche 23 Menschen getötet worden. Am Donnerstag sicherten in ganz Ägypten Polizisten die Kirchen. Größere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Jedoch sorgte ein verdächtiges Paket in einer Kirche im oberägyptischen Minia für Aufregung. Wie die Behörden später mitteilten, habe es sich um eine Blechdose mit Nägeln, Muttern und einem Silvesterkracher gehandelt.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder reist am Samstag nach Ägypten, um sich über die Situation der Kopten und anderer Christen zu informieren. dpa