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UN-Gipfel
Kontroversen um den Klimaschutz

  Klima-Aktivistin Greta Thunberg reichte beim UN-Kinderrechtsausschuss Beschwerde ein.
Klima-Aktivistin Greta Thunberg reichte beim UN-Kinderrechtsausschuss Beschwerde ein. FOTO: dpa / Jason Decrow
Paris. Macron kritisiert Thunberg, Müller den UN-Gipfel und Kretschmer das Klima-Paket. dpa/kna

Frankreichs Präsident hat Klima-Aktivistin Greta Thunberg für eine Beschwerde beim Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen gegen Frankreich, Deutschland und drei weitere Staaten kritisiert. Die jungen Aktivisten sollten sich auf die konzentrieren und Druck ausüben, die versuchten, Dinge zu blockieren, sagte Emmanuel Macron dem französischen Radiosender Europe1 am Dienstag. Er habe nicht das Gefühl, dass das die französische oder die deutsche Regierung sei, sagte Macron.

Thunberg und 15 weitere Jugendliche hatten zuvor eine Beschwerde bei den UN eingereicht. Da­rin erklärten sie, dass Frankreich, Deutschland, die Türkei, Argentinien und Brasilien nicht genug gegen den Klimawandel unternähmen und damit gegen die vor 30 Jahren verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention verstießen.

Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kritisierte den Klimagipfel der Vereinten Nationen. „Von 197 UN-Mitgliedstaaten sind nur sieben auf Kurs, die selbst gesetzten Klimaziele zu erreichen“, sagte Müller der Augsburger Allgemeinen. Nach der Konferenz in New York mahnte Müller: „Was wir benötigen, ist eine neue Verantwortungsethik zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.“ Klimaschutz sei eine globale Aufgabe. „Der Himmel gehört uns allen.“



Unterdessen wird auch in Deutschland weiter über den Klimaschutz diskutiert: Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) kritisierte das Klima-Paket der Bundesregierung als „Holterdiepolter-Aktion“. „Das Ganze ist eine so weitreichende Änderung, die tief in den Alltag und in die Lebensgewohnheiten jedes Einzelnen hineinwirkt. Darum hätte darüber erst mal umfassend informiert und diskutiert werden müssen“, sagte der Politiker der Sächsischen Zeitung. Das Paket innerhalb weniger Nacht-Sitzungen durchzusetzen, sei der falsche Weg. Dabei übte Kretschmer auch Kritik an seiner Partei. Zwar habe die CDU eine Werkstatt zur Klimapolitik veranstaltet. Aber das könne ja nun nicht die Debatte innerhalb der Partei gewesen sein, sagte Kretschmer. „Und das kann schon gar nicht die Debatte in der Öffentlichkeit ersetzen.“