| 23:10 Uhr

Hunderttausende gehen auf die Straße
Klimaschutz mobilisiert erneut Menschenmassen

 „Wie lange dauert unsere Zukunft?“: Diese Frage stellten Grundschüler in Mainz auf einem Plakat der Politik.   Foto: Peter Zschunke/dpa
„Wie lange dauert unsere Zukunft?“: Diese Frage stellten Grundschüler in Mainz auf einem Plakat der Politik. Foto: Peter Zschunke/dpa FOTO: dpa / Peter Zschunke
Berlin/Mainz/Saarbrücken. Hunderttausende sind am Freitag wieder bundesweit für den Klimaschutz auf die Straße gegangen – auch in unserer Region. Derweil stoppte der Bundesrat vorerst Teile des Klimapaketes.

(dpa) Der Bundesrat hat Pläne aus dem Klimapaket der großen Koalition zur Entlastung und Förderung der Bürger vorerst gestoppt. Dabei geht es unter anderem um die Erhöhung der Pendlerpauschale, billigere Bahntickets und die Sanierung von Wohnhäusern. Die Länderkammer rief am Freitag in Berlin einstimmig den Vermittlungsausschuss an, in dem Bundesrat und Bundestag möglichst noch vor Weihnachten einen Kompromiss finden sollen.

Zeitgleich gab es eine weitere Protestwelle der Klimaschutzbewegung Fridays for Future, an der sich weltweit und in Deutschland Hunderttausende Menschen beteiligten. Nach Angaben der Veranstalter gingen bundesweit an gut 520 Orten rund 630 000 überwiegend junge Menschen auf die Straße. Allein in Berlin seien es rund 60 000 gewesen, in Hamburg 55 000.

Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland gab es mehrere Demonstrationen. In Mainz zogen mehr als 2000 Menschen durch die Stadt, in Saarbrücken waren es rund 3500.



Bei den Nachverhandlungen im Bundesrat geht es vielen Ländern vor allem um finanzielle Fragen. Insbesondere die Grünen dringen aber auch auf inhaltliche Nachbesserungen – und wollen die Anhebung der Pendlerpauschale für weite Fahrten verhindern.

Für andere wichtige Teile des Klimapakets machte der Bundesrat hingegen den Weg frei: das Klimaschutzgesetz mit festen Vorgaben für das Einsparen von Treibhausgasen in Einzelbereichen wie Verkehr oder Landwirtschaft, der CO2-Preis, der fossile Kraft- und Heizstoffe verteuern soll, und eine Erhöhung der Ticketsteuer beim Fliegen.

(dpa)