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Kinderrechte sind den Deutschen kaum bekannt

Berlin. Kinderrechte sind kein Gedöns, sondern sollten mehr politische Aufmerksamkeit bekommen, fordern Experten. Ein weiter Weg, denn bislang sind die international verbrieften Rechte für Kinder und Jugendliche kaum bekannt. dpa/vet

Nur jeder Fünfte in Deutschland weiß über Kinderrechte halbwegs Bescheid. Was die vor 25 Jahren in Kraft getretene UN-Konvention genau umfasst, kann nicht einmal jeder 20. sagen. Das geht aus dem Kinderreport hervor, den das Deutsche Kinderhilfswerk gestern vorstellte. "Die Ergebnisse zeigen, dass wir in Deutschland eine Bildungsoffensive in Sachen Kinderrechte brauchen, die Kinder und Erwachsene erreicht", sagte Thomas Krüger , Präsident des Kinderhilfswerks. "Kinderrechte sind kein Gedöns."

Nach der UN-Konvention haben Kinder eigenständige Rechte auf Fürsorge, Bildung, optimale Entwicklung und individuelle Förderung. Von fast allen Staaten der Welt wurde das Dokument unterzeichnet "Aber Anspruch und Wirklichkeit fallen eklatant auseinander", klagte die Vizepräsidentin des Bundestages, Claudia Roth (Grüne). Sie forderte, ebenso wie das Kinderhilfswerk, die Kinderrechte gesondert im Grundgesetz zu verankern.

Ein großes Problem aus Sicht des Kinderhilfswerks ist die Kinderarmut. Mehr als 1,6 Millionen Kinder wachsen in Familien auf, die von Hartz IV leben. Danach befragt, wie die soziale Benachteiligung abgemildert werden könnte, gaben Kinder und Eltern unisono kostenlosen Essen und Lehrmitteln in Kitas und Schulen den Vorrang.