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Nordkorea
Kim: „Atomwaffen-Knopf“ immer in der Nähe

 Kim Jong Un brüstet sich mit Fortschritten im Atomwaffenprogramm.
Kim Jong Un brüstet sich mit Fortschritten im Atomwaffenprogramm. FOTO: dpa / Uncredited
Pjöngjang/Seoul. In seiner Neujahrsansprache droht Nordkoreas Machthaber erneut den USA.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un sieht sein Land für einen Atomkrieg gegen die USA gewappnet. Der „Atomwaffen-Knopf“ sei immer auf seinem Schreibtisch, sagte Kim gestern in seiner Neujahrsansprache. Die USA sollten wissen, dass ihr gesamtes Territorium in Reichweite nordkoreanischer Atomwaffen sei. „Das ist Realität, keine bloße Drohung“.

Kim brüstete sich in seiner mittlerweile zur Tradition gewordenen Neujahrsrede mit Fortschritten im Atomwaffenprogramm des Landes. Die USA könnten „niemals einen Krieg gegen mich und unser Land führen“, betonte er. Nordkorea habe 2017 sein Ziel erreicht, den Aufbau einer Atomstreitmacht abzuschließes.

US-Präsident Donald Trump reagierte zunächst nur am Rande auf die Äußerungen Kims: „Wir werden sehen“, sagte er vor Journalisten in seinem Wochenenddomizil Mar-al-Lago in Florida.



Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hat sich im vergangenen Jahr nach zahlreichen Raketentests einschließlich dreier ICBM-Tests durch das Land und einem weiteren Atomtest im September zugespitzt. Trump und die isolierte Führung in Pjöngjang lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch, der weltweit die schlimmsten Befürchtungen auslöste. Trump hatte mehrfach mit Gewalt gedroht, sollte Nordkorea seine Drohungen fortsetzen. Pjöngjang wirft Washington eine feindselige Politik vor. Nordkoreas Ziel ist es, als Atommacht anerkannt zu werden.

Südkorea hält derzeit nach Medienberichten ein weiteres ausländisches Schiff unter dem Verdacht fest, heimlich Mineralölprodukte auf ein nordkoreanisches Schiff umgeladen zu haben. Eine UN-Resolution verbietet den Handel mit Nordkorea von Schiff zu Schiff. Der Tanker „KOTI“ werde seit dem 21. Dezember im Hafen Peongtaek-Dangjin an der Westküste Südkoreas festgehalten, berichtete die Agentur Yonhap am Sonntag.