| 23:10 Uhr

Deutschlandtag der Jungen Union
CDU-Chefin gegen Urwahl für Kanzlerkandidatur

 Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bekommt Gegenwind aus ihrer Partei.
Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bekommt Gegenwind aus ihrer Partei. FOTO: dpa / Monika Skolimowska
berlin/Saarbrücken. Zum Auftakt ihres Deutschlandtags in Saarbrücken stimmt die Junge Union über Anträge zur Urwahl für die Kanzlerkandidatur ab. dpa

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer versucht angesichts der offensichtlich auch gegen sie gerichteten Debatte über eine Urwahl zur Kanzlerkandidatur wieder in die Offensive zu kommen. Sie bekräftigte kurz vor Beginn des Deutschlandtags der Jungen Union (JU) ihr Nein zu solchen Formen der Mitgliederbeteiligung. „Ich selbst bin eine wirklich tiefe, überzeugte Verfechterin des repräsentativen Systems“, sagte die Verteidigungsministerin am Freitag in der lettischen Hauptstadt Riga. Ihre Ablehnung einer Urwahl gelte „für das Parlament, das gilt aber auch für die Entscheidungen in meiner eigenen Partei.“

Die Junge Union wollte am Freitagabend zu Beginn ihres dreitägigen Deutschlandtages in Saarbrücken über die Forderung nach einer Urwahl entscheiden. Den JU-Delegierten liegen mehrere Anträge dazu vor. Ein Antrag fordert eine Urwahl sowohl für die Kanzlerkandidatur als auch den Parteivorsitz. Die Antragskommission des JU-Deutschlandtages, die sich aus Abgesandten aller Landesverbände zusammensetzt, hat sich für eine Ablehnung aller entsprechenden Anträge ausgesprochen.

Die CDU-Chefin sagte dem „Tagesspiegel“, wenn die JU einen Antrag zur Urwahl beschließe, werde ihn der CDU-Bundesparteitag Ende November in Leipzig auch debattieren. „Im Übrigen habe ich im letzten Jahr gezeigt, dass ich vor keinem demokratischen Auswahlverfahren Angst haben muss.“ Im Kampf um den CDU-Vorsitz hatte sie sich gegen Friedrich Merz und Jens Spahn durchgesetzt. Bis Sonntag kommt es in Saarbrücken zu einem regelrechten Schaulaufen möglicher Kanzlerkandidaten der Union. Am Samstag treten unter anderem Merz und Spahn sowie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder auf.