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Überraschendes Interview
Joschka Fischer nennt Angela Merkel „ein Glück“ für Deutschland

Joschka Fischer geht kritisch mit der Politiker-Zunft um.
Joschka Fischer geht kritisch mit der Politiker-Zunft um. FOTO: Kay Nietfeld / dpa
Berlin. Fischer waren nach dem Ende seiner politischen Laufbahn auch als Gastdozent aktiv geworden.

Fischer waren nach dem Ende seiner politischen Laufbahn auch als Gastdozent aktiv geworden.

Fischer ging dabei auch kritisch mit seiner Zunft um: „Sie haben in der Politik mit vielen Idioten zu tun und werden selbst von vielen als Idiot oder sogar Ober-Idiot angesehen.“ Fischer bestritt, dass er sich 1998 als Außenminister auf dem Zenit seiner politischen Laufbahn gefühlt habe. „Ich wollte nicht Außenminister werden. Ich bin es nur geworden, weil ich wollte, dass die Grünen regieren“, sagte er.

Fischer schildert auch, wie er in den 70er Jahren als Taxifahrer in Frankfurt am Main fürs Leben gelernt habe. „Im Taxi habe ich erkannt, dass der Mensch von extremer Ambivalenz ist: großmütig und hundsgemein in einem.“ Er sei ja oft verhöhnt worden: „Das Einzige, was er hat, ist ‚n Taxischein. Stimmt. Bin ich stolz drauf.“



Gefragt, ob er als selbst ernannter letzter Live-Rock‘n‘Roller der Politik sein Lebensgefühl in einem Song ausdrücken könnte, berichtete Fischer von seiner inneren Zerrissenheit, um sich dann für „Highway to hell“ zu entscheiden: „Als guter Messdiener war ich immer für ,Stairway to heaven’. Aber in der theologischen Abbildung fand ich die Hölle natürlich stets viel interessanter als die Aussicht, in einem langen, weißen Nachthemd ewig Halleluja zu singen. Das ist auf die Dauer ein bisschen öde. In der Hölle schien mehr los zu sein.“