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Nordkorea
Jetzt könnte sich Trump beweisen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Spannungen um Nordkorea sind gestern zu einer handfesten Nuklearkrise eskaliert. Wenn sich jetzt nur eine Seite unbesonnen verhält, droht ein Krieg, bei dem Millionen Menschen sterben könnten.

Diese Notlage gibt US-Präsident Donald Trump eine Chance, seine vorgeblich größte Stärke auszuspielen: Verhandlungsgeschick. Sein bestverkauftes Buch heißt schließlich „The Art of the Deal“. Es geht um Verhandlungserfolg. Zu den goldenen Regeln, die sein Buch beinhaltet, gehört der Rat, sich Optionen offen zu halten und seinen Gegner zu kennen. „Erfolgreiches Verhandeln ist meine Kunstform“, schreibt Trump in seinem Buch. Ein solcher Taktiker ist jetzt im Konflikt mit Nordkorea gefragt: eindeutig in seinen Forderungen, beweglich auf dem Weg dahin. Es ist eigentlich einfach. Die Option eines Erstschlags gegen Nordkorea muss vom Tisch, dafür müssen Abgesandte des Präsidenten nach Pjöngjang reisen und einen guten „Deal“ herausholen. So ekelhaft Kim sein mag – jetzt ist erst einmal alles zu tun, um einen Krieg zu verhindern. Dazu gehören auch Zugeständnisse an einen Gewaltherrscher.