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Sondierungsgespräche
Jetzt gilt es für Angela Merkel

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Ich glaube, es kann gelingen.“ Ähnliches hat Angela Merkel auch schon bei den Jamaika-Sondierungen gesagt, als die Verhandlungen seinerzeit in die Schlussrunde gingen. Sie hat sich damals getäuscht.

Jetzt gilt es für die Bundeskanzlerin. Denn Merkel ist diejenige, die am meisten zu verlieren hat, sollten CDU, CSU und SPD am Ende dieser Woche nicht den Weg in Koalitionsverhandlungen einschlagen und ein Regierungsbündnis anpeilen. Merkels Kanzlerschaft wäre dann wohl beendet. Denn mit zwei gescheiterten Sondierungen, plus das miserable Ergebnis bei der Bundestagswahl sowie persönlichen Umfragewerten, die derweil massiv abgerutscht sind, lässt sich kein wie auch immer gearteter Neustart mehr machen.

Merkel hat den Zenit ihrer Macht überschritten. Sie ahnt das. Deswegen wird sie alles daran setzen, dass die große Koalition Realität wird. Auch um den Preis, dass man sich wie schon bei den Jamaika-Sondierungen fragt, wo eigentlich die Handschrift der Union ist.