| 22:14 Uhr

Spannungen
Iran von Trumps Drohungen unbeeindruckt

Teheran. Teheran hat mit Spott auf die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump reagiert. Nicht der Iran, sondern Trump selbst sei eine Gefahr für die USA, schrieb Hesamoddin Ashna, der Berater von Präsident Hassan Ruhani, in der Nacht zum Dienstag auf Twitter.

„Dieser Mann ist die größte Bedrohung für sein eigenes Land sowie für die gesamte internationale Gemeinschaft“, so der Berater. Trumps Rolle bestehe in erster Linie darin, Lügen zu verbreiten und weltweit den Halbstarken zu spielen. Der US-Präsident hatte Ruhani am Montag via Twitter gedroht, „vorsichtig“ zu sein. Neben dem Präsidentenberater reagierte auch Außenminister Mohammed Dschawad Sarif mit Spott auf die Drohgebärden Trumps. „Sie sehen uns unbeeindruckt“, schrieb Sarif am Montagabend auf Twitter – in gleicher Großbuchstaben-Manier wie zuvor Trump. „Uns gibt es schon seit Jahrtausenden, und wir haben den Niedergang von Imperien gesehen, unser eigenes eingeschlossen, die länger währten als die Existenz mancher Länder.“

Präsident Ruhani hat sich bisher nicht zu Trumps Tweet geäußert, wollte dies aber in Kürze im Staatsfernsehen tun. In dem jüngsten Konflikt hat Ruhani sowohl die Hardliner als auch Regimekritiker auf seiner Seite. Die Revolutionsgarden versprachen Ruhani Widerstand gegen Trumps „psychologische Kriegsführung“. Auch der seit Jahren unter Hausarrest stehende Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi stellte sich gegen die USA. „Wir haben zwar ein bitteres Problem, aber das ist eine Familienangelegenheit, die Ausländer nichts angeht“, sagte Mussawi laut dem Nachrichtenportal Kaleme. Zahlreiche Iraner äußerten sich bei Twitter ähnlich mit dem Hashtag #StopMeddlingInIran (Hör auf, Dich im Iran einzumischen).