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Bürgerschaftswahl
Rot-Grün triumphiert in Hamburg – CDU stürzt in noch tiefere Krise

Hamburg. Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg hat Rot-Grün einen klaren Sieg errungen. FDP und AfD mussten am Abend um den Einzug ins Landesparlament bangen.

Die letzte rot-grüne Koalition in einem Bundesland kann weitermachen: SPD und Grüne haben in Hamburg einen klaren Wahlsieg eingefahren. Bei der Bürgerschaftswahl verlor die SPD von Bürgermeister Peter Tschentscher am Sonntag nach der ARD-Hochrechnung von 21.43 Uhr gegenüber 2015 zwar knapp sieben Prozentpunkte, landete mit 39,1 Prozent aber weit vor dem grünen Regierungspartner. Die Grünen verdoppelten ihr Ergebnis und erreichten laut Hochrechnung 24,2 Prozent. Die CDU rutschte auf ihr bundesweit schlechtestes Ergebnis bei Landtagswahlen seit knapp 70 Jahren und kam nur noch auf 11,2 Prozent.

Überraschend sah es am Wahlabend zunächst danach aus, dass die AfD erstmals aus einem Landesparlament hinausgeflogen sein könnte. Späteren Hochrechnungen zufolge hat die AfD 5,2 Prozent der Wählerstimmen erreicht und die Hürde genommen. Die FDP lag bei 5,0 Prozent und musste ebenfalls um den Einzug zittern.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erhofft sich vom überraschend guten Ergebnis der SPD einen Push auch im Bund. Er sei „superglücklich“ über das Hamburger Ergebnis, sagte der Vorgänger von Tschentscher. Auch der Vorsitzende der Rheinland-Pälzischen SPD, Roger Lewerenz, gratulierte seinem Parteikollegen. „Das Wahlergebnis ist gut für die Stadt und wichtig für alle Menschen, die das soziale, moderne und weltoffene Hamburg schätzen. Glückwunsch an Peter Tschentscher.“ – CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sprach von einem bitteren Tag. „Die Ereignisse in und um Thüringen haben nicht geholfen, dass die CDU in Hamburg auf ihre Konzepte, auf ihre Pläne für Hamburg hinweisen konnte“, sagte er mit Blick auf die dortige Regierungskrise. Die zog auch der saarländische Ministerpräsident und CDU-Chef Tobias Hans als Begründung für das schwache Abschneiden seiner Partei heran. Die CDU habe nach der Krise in Thüringen „ein aktuelles Bild der Führungslosigkeit“ abgegeben, sagte Hans.



(mzt)