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AfD-Politiker würde gerne mit der CDU zusammen regieren
Gauland kann sich Zusammenarbeit mit CDU und Julia Klöckner vorstellen

 Der Spitzenkandidat der AfD für die Bundestagswahl, Alexander Gauland.
Der Spitzenkandidat der AfD für die Bundestagswahl, Alexander Gauland. FOTO: dpa / Michael Kappeler
Berlin/Mainz. Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland kann sich vorstellen, in Zukunft einmal mit CDU-Politikern wie der rheinland-pfälzischen Landeschefin Julia Klöckner zusammenzuarbeiten. Er strebe nicht dauerhaft eine Oppositionsrolle seiner Partei an, sondern könne sich irgendwann auch eine Regierungsbeteiligung vorstellen, sagte Gauland dem Neubrandenburger „Nordkurier“. Dies sei aber erst dann der Fall, wenn die AfD „mit anderen Parteien auf Augenhöhe“ sei.

Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland kann sich vorstellen, in Zukunft einmal mit CDU-Politikern wie der rheinland-pfälzischen Landeschefin Julia Klöckner zusammenzuarbeiten. Er strebe nicht dauerhaft eine Oppositionsrolle seiner Partei an, sondern könne sich irgendwann auch eine Regierungsbeteiligung vorstellen, sagte Gauland dem Neubrandenburger „Nordkurier“. Dies sei aber erst dann der Fall, wenn die AfD „mit anderen Parteien auf Augenhöhe“ sei.

Julia Klöckner reagierte erbost und schloss eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. „Herr Gaulands Manöver ist durchschaubar und vergiftet. Er will CDU-Mitglieder diskreditieren oder sich durch dieses Anranzen selbst wählbar machen und bürgerlich geben, indem er behauptet, er könne sich eine Zusammenarbeit mit mir oder Jens Spahn vorstellen.“

Gauland nannte dem Neubrandenburger „Nordkurier“ als weitere potenzielle Partner den Finanzstaatssekretär Jens Spahn und die brandenburgische CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig. Auch die Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, sei „eine kluge Frau“ mit eigener Meinung.



Klöckner begründete, warum die CDU nicht mit der rechten Partei kooperieren könne: „Meine politischen Vorstellungen, mein Menschen- und Gesellschaftsbild unterscheiden sich fundamental von dem ausgrenzenden und oft verachtenden Politikstil der AfD.“

Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Daniel Stich erklärte, Klöckner sei „selbst schuld“ daran, dass die AfD sich ihr anbiete. „Mit ihren populistischen Papieren wie ,Rechtsstaat statt Gottesstaat’ lockt Frau Klöckner offenbar erfolgreich die Rechtspopulisten an – obwohl sie sich doch sonst immer entschieden gegen den Vorwurf verwehrt, am rechten Rand zu fischen“, erklärte Stich. Klöckner vertrete immer wieder Positionen, die über gemäßigte CDU-Politik hinausgingen.

Die Annäherungsversuche von Gauland sind nach Ansicht von Stich ein politisches Manöver. „Er will die AfD als demokratisch und wählbar erscheinen lassen“, erklärte er. Die AfD hat nach den Umfragen gute Chancen, den Sprung ins Parlament zu schaffen.

Gauland verwahrte sich gegen den Vorwurf, er wolle sich anbiedern. „Das ist lächerlich“, sagte er. Einige Positionen, die Klöckner im Landtagswahlkampf vertreten habe, habe er gut gefunden. Gefallen habe ihm auch, was Spahn unlängst über die Berliner Hipster-Szene gesagt habe.