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Streit um Rentenreform
In Frankreich ist kein Ende der Streiks in Sicht

Paris. In Frankreich wird auch an Weihnachten kein Frieden an der Streikfront einkehren. Die Gewerkschaften haben angekündigt, im Streit um die Rentenreform keine Pause über die Feiertage einzulegen. Von Knut Krohn

Bis zuletzt wurde nach einer Lösung mit der Regierung gesucht, doch ein Durchbruch ist nicht in Sicht. Nun sollen die Gespräche im neuen Jahr fortgesetzt werden.

Allerdings scheint der Widerstand bei den Gewerkschaften nun nicht mehr so groß wie zuvor. Während die Hardliner die Rentenform ganz vom Tisch haben wollen, sind gemäßigte Organisationen zu Zugeständnissen bereit. So rief CGT-Chef Philippe Martinez zu neuen branchenübergreifenden Streiks und einem Massenprotest für den 9. Januar auf. Der Gewerkschaftsverband Unsa hingegen fordert für seine Anhänger eine Unterbrechung der Streiks bei der Staatsbahn SNCF. Unsa ist aber nur eine von mehreren Gewerkschaften, welche die Lokführer und andere SNCF-Mitarbeiter vertritt. Um den Zugverkehr in Frankreich zumindest im Ansatz aufrechtzuerhalten, hat die SNCF in den vergangenen Tagen einen Notfallplan für die Feiertage ausgearbeitet. Der sieht vor, dass am 23. und 24. Dezember 41 Prozent der TGV-Schnellzüge garantiert sind. Rund 400 000 Menschen hätten für diese Tage einen Fahrschein gebucht. Gut die Hälfte von ihnen würde ihre Fahrt bestätigt bekommen; die anderen sind aufgerufen umzubuchen. Auch am Wochenende vor Weihnachten fahren nur rund 50 Prozent der Züge sicher. Laut Umfragen unterstützt die Mehrheit der Franzosen jedoch noch immer die Mobilisierung gegen die Rentenreform. Viele befürchten, sollte sich Staatspräsident Emmanuel Macron durchsetzen, würde er den Sozialabbau auch in anderen Bereichen vorantreiben.