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Die Lage bleibt angespannt
Hongkong vor ersten Wahlen seit Protesten

Hongkong. Die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong bereitet sich mit Hochdruck auf die ersten Wahlen in der Stadt seit Ausbruch der Proteste gegen die Regierung vor. Die Lokalwahl gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung in der Stadt, in der es zuletzt zu immer gewalttätigeren Zusammenstößen zwischen Polizei und radikalen Demonstranten gekommen ist. dpa

Die seit Monaten andauernden Proteste in Hongkong richten sich gegen die Regierung, das als brutal empfundene Vorgehen der Polizei und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung. Medienberichten zufolge plant die Polizei, Einheiten an sämtlichen der mehr als 600 Wahllokale zu stationieren.

Am Donnerstag und Freitag kam es noch zu einzelnen Protesten. Beobachter verwiesen darauf, dass radikale Demonstranten sich zurückhielten, weil sie die anstehende Wahl nicht gefährden wollten. Am Freitag harrten noch Dutzende junger Demonstranten auf dem von Sicherheitskräften abgeriegelten Gelände der Universität aus. Die Polizei hatte die Aktivisten aufgefordert, den Campus zu verlassen. Doch sie fürchten ihre Festnahme als „Aufrührer“. Hongkongs Oberstes Gericht setzte am Freitag ein zuvor aufgehobenes Vermummungsverbot bei den anhaltenden Protesten vorläufig wieder in Kraft. Es soll für weitere sieben Tage bis zum 29. November gelten.