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Weniger Probleme als erwartet
Hitzeschäden auf deutschen Autobahnen

Berlin. Wegen Fahrbahnschäden mussten Tempolimits auf Autobahnen verhängt werden. Die Probleme waren aber geringer als befürchtet. Von Hagen Strauss

Die Hitze hat in diesem Sommer wieder gefährliche Schäden auf den Autobahnen in Deutschland verursacht. Die Schäden waren aber geringer als befürchtet. Das geht aus einer ersten Bilanz des Bundesverkehrsministeriums hervor, die der SZ vorliegt.

Von den Straßenbauverwaltungen der Länder wurden bis Ende August Risse, Schlaglöcher und Aufwölbungen auf Abschnitten von neun Autobahnen gemeldet: A 9, A 10, A 29, A 92, A 7, zweimal auf der A 1, auf der A 11 und der A 15. Im Sommer hatte der Automobilclub ADAC darüber hinaus weitere Strecken genannt, auf denen ein Tempolimit wegen des Fahrbahnzustands verhängt wurde. Es kam laut Verkehrsministerium aber zu keinen „längerfristigen“ Sperrungen von Autobahnabschnitten wegen Hitzefolgen. Die Angaben gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor.

Zum Vergleich: 2015 erfasste das Ministerium deutlich mehr Problemstrecken. 19 Autobahnen wiesen demnach Schäden auf. Dass es aktuell weniger Schäden gab, liegt aus Sicht des Ressorts von Minister Andreas Scheuer (CSU) auch an einem Aktionsplan gegen Hitzeschäden, der im Sommer 2014 startete. Seitdem gibt es verschärfte Kontrollen der Fahrbahnen und eine Reparatur „unmittelbar oder kurzfristig nach Auftreten“ von Problemen. Besonders gefährdete Abschnitte werden vorbeugend behandelt.



Angesichts länger anhaltender Hitzeperioden erwartet die FDP aber mehr. „Die letzten heißen Sommer haben den Fahrbahnen vieles abverlangt“, sagte Oliver Luksic, saarländischer FDP-Bundestagsabgeordneter und Verkehrsexperte der Fraktion. Es brauche „ein großflächiges Sanierungsprogramm für die Autobahnen, um sie wieder in Schuss zu bringen“. Der Bund müsse gemeinsam mit den Ländern handeln statt nur „oberflächlich Schäden auszubessern“.