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Stockholm
Handke erhält Nobelpreis: Höflicher Beifall und Protest

Stockholm. Begleitet von Protesten ist der österreichische Schriftsteller Peter Handke in Stockholm mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Neben ihm nahm am Dienstag auch die polnische Autorin und Preisträgerin für das Jahr 2018, Olga Tokarczuk, teil.

Zeitgleich zum anschließenden Nobelbankett wurde auf dem nahegelegenen Norrmalmstorg gegen die Vergabe an Handke wegen dessen umstrittener Positionierung im Jugoslawien-Konflikt protestiert.

Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Anders Olsson, ließ die Kontroverse in seiner Laudatio auf Handke unerwähnt. Als Schwedens König Carl XVI. Gustaf die Auszeichnung überreichte, gab es aus dem Publikum höflichen Applaus und keine Pfiffe. Die Akademie hatte ihre Entscheidung für Handke im Vorfeld vehement verteidigt.

 Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan scharte sich am Dienstag in die Reihe der Kritiker ein. Erdogan, zumeist kein Freund leiser Töne, bezeichnete Handke als „rassistische Person“ und „Mörder“.