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Militärübung startet
Nato-Großmanöver hat begonnen

Eine Patriot-Kampfstaffel der Bundeswehr überquert einen Fluss in Norwegen.
Eine Patriot-Kampfstaffel der Bundeswehr überquert einen Fluss in Norwegen. FOTO: dpa / Kevin Schrief
Oslo. In Norwegen hält das Bündnis seit gestern seine größte Übung seit Jahrzehnten ab. dpa

Die Nato hat in der Nacht zu gestern ihr größtes Manöver seit Ende des Kalten Krieges gestartet. Nach Angaben einer Bündnissprecherin übernahm der zuständige US-Admiral James G. Foggo um 0.01 Uhr das Kommando über die rund 50 000 beteiligten Soldaten. Sie werden nun zwei Wochen lang in Norwegen sowie in den umliegenden Luft- und Seegebieten gemeinsam trainieren. Zusammen mit den Soldaten sind zudem auch rund 10 000 Fahrzeuge sowie mehr als 300 Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Schiffe im Einsatz.

Ziel des Manövers ist es, ein Sig­nal der Abschreckung an Russland zu senden und für den sogenannten Bündnisfall zu üben. Dieser könnte ausgerufen werden, wenn einer oder mehrere der 29 Mitgliedstaaten von einem Gegner angegriffen würden. In der Folge müssten dann die anderen Alliierten Beistand leisten.

Die Bundeswehr ist mit rund 10 000 Soldaten an „Trident Juncture“ beteiligt und damit zweitgrößter Truppensteller nach den USA. Das starke Engagement ist vor allem dadurch begründet, dass Deutschland ab Anfang 2019 die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato übernehmen soll. Diese wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und ist ebenfalls ein Element der Abschreckungsstrategie.



Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte unterdessen an, dass er seine Armee und Flotte weiter modernisieren wolle. Ein Schwerpunkt liege dabei auf Entwicklung und Einsatz fortschrittlicher Waffenmodelle, sagte er. „Russland bedroht niemanden. Wir erfüllen strikt die Verpflichtungen im Bereich der internationalen Sicherheit und Rüstungskontrolle.“ Russland sei immer offen für eine konstruktive Partnerschaft, sagte der Kremlchef ohne Verweis auf die Nato-Übung.