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EU-Asien-Gipfel
Ein Zukunftsprojekt für Europa

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Eigentlich hat China vieles richtig gemacht, was Russland falsch anpackte. Aller Skepsis zum Trotz gelang es Peking, so etwas wie ein Zukunftsprojekt für Europa und seine nach neuen Absatzmärkten hungernde Wirtschaft zu werden, während Moskau glaubte, an einer Wiedererrichtung des alten Sowjet-Reiches basteln zu müssen. Von Detlef Drewes

Fernost wurde so zum Partner der EU, Russland mutierte zum politischen Gegner. Und so findet der europäisch-asiatische Brückenschlag und seine Installation als Bollwerk gegen den Protektionismus à la Donald Trump ohne den Kreml statt, obwohl Russland in Brüssel vertreten war. Dabei übersieht man in Brüssel keineswegs, dass Asien alles andere als ein Hort der Demokratie ist. Aber Europa hat gelernt, dass es den fernöstlichen Staaten kein politisches System aufzwingen kann. Das einzig sinnvolle Instrument bleiben wirtschaftliche Kontakte, an denen die dortigen Länder interessiert sind, für die sie aber Rechtsstaatlichkeit und demokratische Marktsysteme einführen müssen, um Investoren anzulocken.