| 22:50 Uhr

Kommentar
Gewerkschaften sollten mitgestalten

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Digitalisierung ist längst ein großes Thema für die Gewerkschaften, besonders  in Regionen mit einem hohen Industrieanteil, also etwa im Saarland, in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Auch die Strategie stimmt. Die Arbeitnehmervertreter boykottieren nicht die Einführung der neuen Technologien in den Betrieben, sondern sie wollen die Bedingungen mitgestalten, unter denen diese Technologien Einzug halten, wenn stärker automatisiert wird. Die Hauptfrage bleibt nämlich: Was wird  aus den Menschen? Da­rauf müssen auch Gewerkschaften Antworten geben, zum Beispiel einen Anspruch auf Weiterbildung und Qualifizierung durchsetzen.

Die Digitalisierung ist längst ein großes Thema für die Gewerkschaften, besonders in Regionen mit einem hohen Industrieanteil, also etwa im Saarland, in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Auch die Strategie stimmt. Die Arbeitnehmervertreter boykottieren nicht die Einführung der neuen Technologien in den Betrieben, sondern sie wollen die Bedingungen mitgestalten, unter denen diese Technologien Einzug halten, wenn stärker automatisiert wird. Die Hauptfrage bleibt nämlich: Was wird aus den Menschen? Da­rauf müssen auch Gewerkschaften Antworten geben, zum Beispiel einen Anspruch auf Weiterbildung und Qualifizierung durchsetzen.

Die Gewerkschaften selbst haben allerdings ein spezielles Problem mit der Digitalisierung: Sie erreichen viele junge Leute nicht, weil die anders ticken. Viele von ihnen finden es toll, in Unternehmen der Informationstechnologie (IT) zu arbeiten: Ideen­schmieden, in denen andere Regeln gelten, weil manche Aufträge nahezu rund um die Uhr erledigt werden. Gewerkschaften können sich Ansehen erwerben, indem sie Grenzen aufzeigen und Modelle für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie entwickeln, damit die eigene Persönlichkeit nicht unter die Räder kommt.