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Internationale Hilfe
Brasiliens Präsident empört über G7-Hilfe für Amazonas-Brände

  Im Kampf gegen das Branddrama in Brasilien haben die G7-Staaten Millionen-Hilfen zugesagt. Präsident Bolsonaro spricht indes von Einmischung.
Im Kampf gegen das Branddrama in Brasilien haben die G7-Staaten Millionen-Hilfen zugesagt. Präsident Bolsonaro spricht indes von Einmischung. FOTO: dpa / Eraldo Peres
Brasília. Nach der Hilfszusage der G7-Staaten für das von verheerenden Waldbränden betroffene Amazonasgebiet hat sich Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes verbeten. dpa

„Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonasgebiet fährt, und seine Absichten hinter einer ‚Allianz’ der G7-Staaten zur ‚Rettung’ des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären“, schrieb der Staatschef am Montag auf Twitter.

Zuvor hatten die G7-Staaten bei ihrem Gipfel im französischen Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) für den Kampf gegen die Feuer im Amazonas-Regenwald zugesagt. Die Mittel sind vor allem für die Bereitstellung von Löschflugzeugen bestimmt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte die Brände kurzfristig auf die Agenda des Treffens gesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach den Beratungen, es gehe nicht nur um Brasilien, sondern auch um alle anderen lateinamerikanischen Länder, in denen im Augenblick der Regenwald brenne. Chile solle die Bedürfnisse der betroffenen Staaten koordinieren. Auf europäischer Seite werde die Koordinierung dann über Brüssel erfolgen. Ziel sei es, schnelle und auch unbürokratische Hilfe geben zu können. In einem zweiten Schritt werde im September bei der UN-Vollversammlung eine Amazonas-Initiative gestartet, sagte Macron. Dabei solle es auch um Aufforstung gehen. Weil der Amazonas-Regenwald große Mengen an CO2 binden kann, ist er für das globale Klima von entscheidender Bedeutung.



„Andere Staatschefs haben sich mit Brasilien solidarisiert, schließlich ist der Respekt vor der Souveränität eines Landes das Mindeste, was man in einer zivilisierten Welt erwarten kann“, schrieb Bolsonaro weiter. Mit Kolumbien sei etwa über einen Plan für das Amazaonasgebiet gesprochen worden.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79 000 Brände registriert. Umweltschützer werfen dem rechten Präsidenten vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen.

Nachdem Bolsonaro wegen seiner zögerlichen Reaktion auf die Brände weltweit in die Kritik geraten war, schickte er am Wochenende die Armee in den Kampf gegen die Flammen. „Während einige kritisieren, arbeiten andere“, schrieb das Präsidialamt zu Fotos von Löscharbeiten. Insgesamt stehen in der Amazonas-Region 43 000 Soldaten bereit.