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5 Prozent Anteil
Frauenanteil unter Salafisten im Land weiter niedrig

Mainz. Unter den Salafisten in Rheinland-Pfalz gibt es nach wie vor nur sehr wenige Frauen. Ihr Anteil lag in den Jahren 2015 und 2016 bei rund sieben Prozent, im Jahr 2017 sogar nur bei fünf Prozent. Das teilte das Innenministerium in Mainz auf Anfrage mit. Jüngst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen ein sogenanntes Schwesternnetzwerk mit rund 40 Frauen im Blick habe. Auch die „Allgemeine Zeitung“ aus Mainz hatte bereits über das Thema berichtet.

Der Salafismus ist eine extrem konservative Strömung des Islams. Seine Anhänger beziehen sich ausschließlich auf den Koran, jede Form von Modernisierung lehnen sie ab. Ziel der Salafisten ist die vollständige Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach ihrem Regelwerk.

Unter den insgesamt rund 200 Salafisten in Rheinland-Pfalz seien zehn Frauen, sagte Staatssekretär Randolf Stich (SPD) im Innenausschuss des Landtags. Dabei müsse aber in Betracht gezogen werden, dass sich Frauen eher im Hintergrund bewegten und sich nicht an Info-Ständen in Fußgängerzonen beteiligten – deswegen könnten über sie auch schwerer Erkenntnisse gewonnen werden.

Verfassungsschutz-Chef Elmar May erklärte, in Rheinland-Pfalz sei kein Netzwerk islamistischer Frauen festgestellt worden. „Das ist ein spezifisches Phänomen der salafistischen Szene von Nordrhein-Westfalen.“



(dpa)