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Evangelische Kirche bedauert Austritte nach Steuerrechtsnovelle

Hannover. Immer mehr evangelische Christen verlassen ihre Kirche. Die Zahl der Austritte ist in den vergangenen Monaten teils um über 50 Prozent gestiegen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergab. epd

Grund ist offenbar eine Änderung im Steuerrecht : Ab 2015 wird die Kirchensteuer auf Kapitalerträge automatisch von den Banken an den Fiskus weitergeleitet. Die Steuerhöhe bleibt gleich. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bedauerte die Austritte. Der Banken-Dachverband wies Vorwürfe zurück, Kunden irreführend informiert zu haben.

Die Kirchensteuer auf Kapitalerträge war bisher bei der Steuererklärung fällig. Künftig wird sie direkt von den Banken abgezogen. Anlass für die Umstellung sei nicht die "Erwartung etwaiger Mehreinnahmen" gewesen, sondern der "Wunsch nach einem gerechten und einfachen Besteuerungsverfahren", sagte der Leiter der Finanzabteilung im EKD-Kirchenamt, Thomas Begrich, dem epd.

Die Regelungen zu den Freibeträgen schützten die kleinen Sparer. Kirchensteuer wird erst ab einem Ertrag von jährlich 801 Euro für Ledige und 1602 Euro für Verheiratete erhoben.

Nach übereinstimmenden Informationen aus den Landeskirchen gilt die bevorstehende Änderung im Steuerrecht als Hauptgrund für die Austrittswelle.