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Tokajew unter Druck
Erneut Proteste gegen Präsidenten von Kasachstan

 Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew steht unter Druck.    Foto: Filippov/AP/dpa
Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew steht unter Druck. Foto: Filippov/AP/dpa FOTO: dpa / Alexei Filippov
Nur-Sultan. In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan hat es gestern Proteste gegen die Amtseinführung von Präsident Kassym-Schomart Tokajew gegeben. In der Hauptstadt Nur-Sultan (früher Astana) seien mehrere Menschen festgenommen worden, weil sie zu Kundgebungen aufgerufen hätten, meldete die kasachische Agentur Tengrinews.

Zahlen wurden nicht genannt. Bei der russischen Agentur Interfax war von etwa 250 Festgenommenen die Rede.

Bereits am Sonntag war die Präsidentenwahl von Demonstrationen und Polizeigewalt überschattet worden. Rund 500 Regierungsgegner wurden laut Innenministerium bei nicht genehmigten Kundgebungen festgenommen. Tokajew schrieb via Twitter: „Unschuldige Bürger und diejenigen, die sich zufällig an Protestorten aufgehalten haben, sollten freigelassen werden.“

Der 66-Jährige hatte bei der Abstimmung am Sonntag 70,96 Prozent der Stimmen von der Wahlkommission zugesprochen bekommen. Er ist Nachfolger von Nursultan Nasarbajew, der sich nach rund 30 Jahren an der Macht zurückgezogen hatte, aber noch wichtige Posten behält.



Tokajew versprach bei seiner Amtseinführung Reformen in dem ölreichen Steppenstaat. Zugleich rief er die Behörden auf, dem Volk zuzuhören: „Das Gesetz sollte im Land regieren. Alle sind vor dem Gesetz gleich: sowohl Vertreter der Behörden als auch Bürger.“