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Kommentar
Erdogans Rechnung ohne den russischen Wirt

FOTO: Robby Lorenz / SZ

Längst hat sich die Türkei in die Logik des Krieges begeben. Seit fast drei Jahren verfolgt Ankara das Ziel eines militärischen Sieges über die kurdischen Separatisten. Die Einnahme der Stadt Afrin ist die Fortsetzung dieser Strategie. Doch möglicherweise hat die Türkei die Rechnung ohne den russischen Wirt gemacht. Mit der Intervention im Nachbarland will Präsident Erdogan drei Dinge deutlich machen: Erstens beansprucht die Türkei für sich das Recht, in Syrien einzugreifen, wenn sie ihre Sicherheit gefährdet sieht. Zweitens scheut sie keinen Konflikt mit den USA. Und drittens will sie bei Entscheidungen über die Zukunft des Bürgerkriegslandes mitreden. Doch es gibt einen Haken: Erdogan ist auf die Zustimmung Russlands angewiesen. Auf Dauer wird Putin einen hohen Preis für türkische Aktionen in Syrien verlangen.