| 21:42 Uhr

Türkischer Präsident
Erdogan hofft auf besseres Verhältnis zu Deutschland

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. FOTO: Murat Cetinmuhurdar / dpa
Istanbul. Nach einem Jahr voll erbitterter Wortgefechte und Beleidigungen geht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Deutschland und andere EU-Staaten zu. „Natürlich hoffen wir, gute Beziehungen zur EU und den EU-Staaten zu haben“, sagte Erdogan, wie türkische Medien gestern berichteten. „Ich sage immer, wir müssen die Zahl unserer Feinde verringern und die Zahl unserer Freunde erhöhen."

Nach einem Jahr voll erbitterter Wortgefechte und Beleidigungen geht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Deutschland und andere EU-Staaten zu. „Natürlich hoffen wir, gute Beziehungen zur EU und den EU-Staaten zu haben“, sagte Erdogan, wie türkische Medien gestern berichteten. „Ich sage immer, wir müssen die Zahl unserer Feinde verringern und die Zahl unserer Freunde erhöhen."

„Wir haben keine Probleme mit Deutschland, den Niederlanden oder Belgien. Im Gegenteil sind die Regierenden in diesen Ländern meine alten Freunde“, sagte Erdogan. Er hatte den Regierungen der drei Länder vor dem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems im April „Nazi-Methoden" vorgeworfen, da sie seinen Ministern verboten hatten, bei Auftritten vor den türkischen Gemeinden dieser Länder für die umstrittene Verfassungsreform zu werben.

Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, dass es in der Türkei den Willen gebe, das angespannte Verhältnis zu Europa zu verbessern. Die Freilassung der deutschen Journalistin Mesale Tolu und des Pilgers David Britsch nannte er „ein gutes Zeichen", kritisierte aber die anhaltende Inhaftierung des „Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel, der seit mehr als zehn Monaten ohne Anklage im Gefängnis sitzt.



Er habe „immer gute Kontakte" mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehabt, versicherte Erdogan nun. Er hob lobend hervor, dass die deutsche Führung seine Kritik an der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zur Ankerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels teile.