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101. Katholikentag
Eintracht in einer gespaltenen Welt

Annäherung trotz unterschiedlicher Auffassungen zur Kommunion: der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (links), mit Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln.
Annäherung trotz unterschiedlicher Auffassungen zur Kommunion: der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (links), mit Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Münster. Gestern ist der 101. Katholikentag in Münster zu Ende gegangen. Die Bilanz der Kirche: positiv. Und das, obwohl die Bischöfe sich nach wie vor streiten und ein AfD-Politiker für Unruhe sorgte.

() Der Kommunionsstreit schwelt weiter, die großen Probleme der Welt sind nach wie vor ungelöst: Dennoch wertet die katholische Kirche den Katholikentag in Münster als Erfolg. Beim fünftägigen Laientreffen mit rund 90 000 Besuchern sei deutlich geworden, dass die Kirche in der Öffentlichkeit „präsent“ sei und sich mit den Themen, „die die ganze Welt“ bewegten, beschäftige, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Dies sei auch ein „Zeichen nach draußen“, so Marx.

Nach mehr als 1000 Veranstaltungen ging der 101. Katholikentag gestern mit einem Festgottesdienst am Münsteraner Schlossplatz zu Ende. Die Zusammenkunft stand nicht nur im Zeichen innerkirchlicher Konflikte, sondern war nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran auch politisch aufgeladen. Das Katholikentags-Motto „Suche Frieden“ bekam so einen ganz aktuellen Aufhänger.

Der Katholikentag habe einen Kontrapunkt nach zuletzt etlichen Negativschlagzeilen über die Kirche gesetzt, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. „Er hat das frische und aufgeweckte Gesicht der Kirche gezeigt, herausgestellt, welche Potenziale in ihr stecken, jenseits von Finanzskandalen und Missbrauchsfällen.“ Die Besucher seien „keine verschüchterten Schafe“ gewesen, sondern „selbstbewusstes Gottesvolk“.



Die einzige Podiumsdiskussion mit einem AfD-Politiker lief am Samstag teilweise aus dem Ruder. Bereits bei der Vorstellung des AfD-Bundestagsabgeordneten Volker Münz in einem Einspielfilm rannten Aktivisten in der Messehalle zur Bühne und hielten ein Plakat hoch mit der Aufschrift „Suche Frieden – nicht die AfD – für eine antifaschistische Kirche“. Auch später war die Atmosphäre angespannt, immer wieder wurden die Politiker oder der Moderator von Zwischenrufen unterbrochen. Vertreter von Union, SPD, Grünen, Linken und FDP arbeiteten sich größtenteils an AfD-Positionen und Münz ab, der mit umstrittenen Aussagen sowohl lautstarke Ablehnung als auch Zustimmung aus Teilen des Publikums erntete.

Im Streit um die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der Kommunion in katholischen Gottesdiensten könnte es darauf hinauslaufen, dass Bistümer künftig eine unterschiedliche Praxis dazu handhaben. Auf die Frage, ob eine Regelung vorstellbar sei, die nicht in allen Bistümern gelte, antwortete Marx: „Ja, das ist ja jetzt schon der Fall.“ In seiner Predigt im Abschlussgottesdienst rief er zur Beilegung des Streits auf.

Die Bischofskonferenz hatte unter Leitung des reformorientierten Marx im Februar mit Drei-Viertel-Mehrheit dafür gestimmt, protestantische Ehepartner in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen. Dagegen intervenierten sieben konservative Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki beim Vatikan. Papst Franziskus rief die deutschen Bischöfe daraufhin auf, „eine möglichst einmütige Regelung zu finden“.