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Trumps Medienkrieg
Eine perfide Taktik

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Donald Trump, der sich stets so bitterlich über die „Fake news“-Medien beschwert, erklärte dieser Tage, er habe die höchsten Umfragewerte in der Geschichte der Republikaner. Eine weitere unrichtige Botschaft. Von Friedemann Diederichs

Denn solche Meinungsumfragen gibt es in den USA erst seit 1936. Doch Trump, der nach Zählung von US-Medien seit Amtsantritt mehr als 3000 Lügen offiziell verbreitet hat, stört dies nicht. Für ihn gehören Heuchelei und das Attackieren der unliebsamen freien Presse zum Alltag. Dass deshalb jetzt auch der „New York Times“-Herausgeber vor Trumps an Tollwut erinnernde Medienhetze warnte, kann nicht verwundern. Denn der Modus Operandi des Präsidenten ist leicht durchschaubar: Journalisten bei unbequemen Fakten so lange der Unwahrheit zu bezichtigen, bis dies bei der oft unkritischen Stamm-Klientel verfängt. Der US-Präsident reiht sich mit dieser perfiden Taktik in die Riege der aktiven Un-Demokraten wie Putin oder Erdogan ein, der Regimekritiker und Journalisten zielstrebig verfolgen lässt. Für die Medien bleibt nur eines: Weiter die Lügen-Produzenten anprangern. Eine demokratische Pflicht, die ohne Alternative ist.