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Kommentar
Ein aufgewärmter Kaffee

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Hagen Strauss

Die Debatte über das Kindergeld, das für Kinder im Ausland gezahlt wird, ist wie ein aufgewärmter Kaffee. Sie wird mindestens einmal im Jahr hervorgeholt, wenn wie jetzt die Daten der Bundesagentur für Arbeit vorliegen. Die Zahlen beinhalten Empörungspotential, weil es für manchen schwer nachvollziehbar ist, dass Kinder Kindergeld erhalten, die nicht im Land leben. Das widerspricht ihrem Gerechtigkeitsempfinden. Nur muss man wissen: Das Kindergeld ist keine rein soziale, sondern vor allem eine steuerliche Leistung. Wer als EU-Ausländer hier arbeitet, zahlt eben auch hier ans Finanzamt. Auch gilt in Europa der Grundsatz steuerlicher Gleichbehandlung. Am Ende kann sowieso nur die EU Fehlanreize im Rahmen der europäischen Freizügigkeit beseitigen und Missbrauch eindämmen. Das muss sie auch, um die Akzeptanz zu fördern. Die Debatte über das Kindergeld taugt dafür aber nicht.