| 23:12 Uhr

60 Millionen genug
Dreyer: Kommunen können nicht auf weitere Zusatzhilfen hoffen

Die rheinland-­pfälzische 
Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).
Die rheinland-­pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). FOTO: Kay Nietfeld / dpa
Mainz. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) lehnt weitere Finanzmittel für die hoch verschuldeten Kreise, Städte und Gemeinden im Land über die bisherigen Zusagen hinaus ab. „Wir haben die Mittel in den vergangenen Jahren kontinuierlich für alle Kommunen gesteigert“, sagte Dreyer. Die Finanzausgleichsmasse sei in den fast fünf Jahren ihrer Amtszeit von zwei auf etwa 2,9 Milliarden Euro gestiegen. „Mich befremdet, dass die Standardreaktion der Kommunen ist: Es reicht nicht, wir brauchen mehr.“ Sie bleibe aber trotzdem im Gespräch mit den Kommunen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) lehnt weitere Finanzmittel für die hoch verschuldeten Kreise, Städte und Gemeinden im Land über die bisherigen Zusagen hinaus ab. „Wir haben die Mittel in den vergangenen Jahren kontinuierlich für alle Kommunen gesteigert“, sagte Dreyer. Die Finanzausgleichsmasse sei in den fast fünf Jahren ihrer Amtszeit von zwei auf etwa 2,9 Milliarden Euro gestiegen. „Mich befremdet, dass die Standardreaktion der Kommunen ist: Es reicht nicht, wir brauchen mehr.“ Sie bleibe aber trotzdem im Gespräch mit den Kommunen.

Die Ampel-Regierung aus SPD, FDP und Grünen hatte angekündigt, Kommunen mit besonders hohen Sozialausgaben mit zusätzlich 60 Millionen Euro im Jahr zu unterstützen. Die Kommunen halten mehr für nötig. Der kommunale Finanzausgleich ist einer der politischen Schwerpunkte 2018 (siehe Text oben). Die CDU-Opposition kritisiert, es gebe zu wenig Polizisten, Lehrer, Ärzte und Pflegekräfte.

Regierungschefin Dreyer fordert zudem vom Bund die in Aussicht gestellten fünf Milliarden Euro für Computer und schnelles Internet an Schulen. „Bildungsministerin Wanka hat in der vergangenen Legislaturperiode fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen angekündigt, die nicht gekommen sind“, sagte Dreyer. „Es gab eine ganz große Übereinstimmung unter allen Ländern inklusive dem Bundesbildungsministerium, dass es wichtig ist, dort in die Schulen zu investieren. Das Thema hat sich nicht verändert.“



Die SPD werde auf Grundlage ihrer Leitlinien in die Sondierung mit der Union gehen, sagte Dreyer. „Die Aufhebung des Kooperationsverbots ist ein sehr wichtiger Punkt.“ Damit ist eine Regelung im Grundgesetz gemeint, die den Bund bisher weitgehend aus der Schulpolitik der Länder heraushält. Im Oktober 2016 hatte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) einen „Digitalpakt“ mit fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung an den Schulen angekündigt, der bisher allerdings nicht umgesetzt ist.

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner will verhindern, dass noch mehr kleine Grundschulen im Land dicht machen müssen. „Es ist wichtig, wie wir kleine Grundschulen im ländlichen Raum halten können und nicht abschließen“, sagte Klöckner. Sie warf der rot-gelb-grünen Landesregierung vor, ihr Schließungskonzept durchzuziehen, ohne den Grundschulen eine Perspektive zu bieten. „Auch wenn viele Schulen die erste Schließungswelle überlebt haben, stellt sich die Frage, wie es weitergeht“, sagte Klöckner.

Neun kleine Grundschulen in Rheinland-Pfalz müssen zum kommenden Schuljahr schließen. Das hatte eine Überprüfung von Schulen ergeben, die nur ein oder zwei Klassen haben. Dabei war wichtig, ob in den kommenden fünf Jahren wieder mehr Kinder erwartet werden, wie weit die nächste Grundschule entfernt liegt und ob viele Kinder auf die Schule im eigenen Ort gehen.

(dpa)