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Diskussion um Auffanglager

 Kanzlerin Angela Merkel reist nach Nordafrika. Foto: dpa
Kanzlerin Angela Merkel reist nach Nordafrika. Foto: dpa FOTO: dpa
Berlin. Bundeskanzlerin Merkel reist kommende Woche nach Tunesien und Ägypten. afp

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fliegt in der kommenden Woche nach Ägypten und Tunesien, um dort Gespräche über die Flüchtlingspolitik zu führen. Die Reise in die beiden Mittelmeerstaaten im Norden Afrikas führt Merkel am Donnerstag zunächst nach Ägypten, wo sie unter anderem mit Ministerpräsident Scharif Ismail und Präsident Abdel Fattah al-Sisi zusammentreffen will. Im Mittelpunkt der Gespräche sollen "regionale Fragen im Zusammenhang mit der Lage in Afrika sowie die Migrationspolitik" stehen.

Zum Abschluss ihrer Reise besucht Merkel am kommenden Freitag Tunesien. Dort will die Bundeskanzlerin Präsident Béji Caid Essebsi sowie Ministerpräsident Youssef Chahed treffen. Auch in Tunis soll es um Sicherheitsfragen und Migration gehen. Chahed war erst kürzlich bei der Bundeskanzlerin in Berlin zu Gast gewesen. Im Anschluss kündigte Merkel an, die Rückführung abgelehnter tunesischer Asylbewerber beschleunigen zu wollen. Dies könne freiwillig durch finanzielle Anreize oder aber durch Abschiebungen geschehen.

Im Vorfeld des Treffens hatte Merkel die Einrichtung von Asyl-Aufnahmezentren auf tunesischen Boden in die Diskussion gebracht. Chahed erteilte dieser Idee jedoch in Interviews bereits vor seinem Gespräch mit der Kanzlerin eine Absage. Auch in der Bundesregierung ist die Idee umstritten, in Nordafrika Auffanglager für Flüchtlinge zu errichten. "Ich habe meine Zweifel, ob das alles reiflich überlegt und wirklich durchdacht ist", sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) dem "Spiegel". Abgesehen von "schwierigen rechtlichen und politischen Fragen" müsse die Lage der betroffenen Länder in den Blick genommen werden.