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Waffenlieferungen in der Kritik
Deutsche Rüstungsexporte auf Rekordhoch

Berlin. Keine Bundesregierung hat je mehr Rüstungsexporte in Spannungsgebiete genehmigt als die große Koalition in den vergangenen Jahren. Wie das ARD-Hauptstadtstudio gestern berichtete, lag die Summe aller Einzelgenehmigungen 2017 bei 6,24 Milliarden Euro, leicht unter dem Vorjahreswert (6,88 Milliarden).

Das gehe aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Insgesamt addierten sich die Ausgaben von 2014 bis 2017 auf die Rekordsumme von 24,91 Milliarden Euro. Politisch sehr viel brisanter seien allerdings die Steigerungsraten bei den Drittstaaten, die nicht zu EU oder Nato gehören. Vor allem die Exporte an Drittstaaten wie Ägypten oder Saudi-Arabien, die in Krisengebieten wie dem Jemen aktiv sind, stiegen deutlich, auf 14,49 Milliarden Euro, ebenfalls Rekord. In der ersten großen Koalition unter Angela Merkel von 2005 bis 2009 und in den rot-grünen Regierungsjahren hätten die Zahlen deutlich niedriger gelegen.