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Landwirtschaft und Handel
Debatte um zu billige Lebensmittel in Märkten

Bad Kreuznach. Die Bundesregierung will Billigpreise in den Märkten verhindern, die den Bauern schaden. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Wissing warnt, sie solle es sich nicht zu einfach machen.

Volker Wissing (FDP) hat vor Vereinfachungen im Streit um Billigangebote für Lebensmittel in Supermärkten gewarnt.

Am Montag war Wissing in Bad Kreuznach, um auf dem Agargipfel mit den rheinland-pfälzischen Bauern über die neue Düngeverordnung und ein Nitratmessstellennetz zu sprechen. Dort kündigte er, zur Zufriedenheit des Bauernverbandes, an, ein Meldeportal zu den Nitatmessstellen einführen zu wollen. Im Anschluss äußerte er sich zu den Plänen der Bundesregierung, die Bauern zu entlasten, indem man den Handel mehr in die Pflicht nehme.

Es genüge nicht, einfach zu sagen, die Preise in den Märkten seien zu niedrig. Handelsunternehmen seien abhängig von Marktpreisen und müssten sich der Nachfrage anpassen. Zudem kauften die Handelsketten in der Regel nicht direkt bei Landwirten ein, sagte Wissing.



Zuvor hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin mit Vertretern von Handel und Ernährungsindustrie getroffen. Sie rief den Handel zu fairen Bedingungen für die Bauern auf. Dafür ziele die Politik nicht auf staatlich verordnete Mindestpreise. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) kündigte ein gemeinsames Treffen mit Handel und Landwirtschaft an. Das Ministerium will unter anderem eine „Beschwerdestelle“ einrichten, bei der Erzeuger Probleme und Dumpingpreise melden können. Zudem soll es eine „Kommunikationsallianz“ von Bauern und Handel zur Wertschätzung von Lebensmitteln geben, die sich laut Klöckner auch im Preis ausdrückt. Eine EU-Richtlinie, die Praktiken von Händlern zulasten kleinerer Lieferanten verbietet, soll schnell umgesetzt werden.

Der Bundesverband des Lebensmittelhandels betonte, die Branche sei bereit, den Anteil regionaler Produkte zu steigern.