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Fokus auf Lindner
Düstere Aussichten für die FDP

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Bei der FDP sollte man sich ernsthaft Sorgen machen. Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Umfragewerte der Volksparteien dramatisch abstürzen, bringen die Liberalen es fertig, mit zuletzt zehn Prozent noch schlechter dazustehen als bei der Bundestagswahl 2017. Und daran ist die Partei selbst schuld. Von Gerrit Dauelsberg

Das Hauptproblem der FDP: Sie ist erneut nicht breit genug aufgestellt – dieses Mal personell. Während sie früher inhaltlich zu stark auf das Thema Steuern fokussiert war, ist sie nun komplett auf die Person Christian Lindner ausgerichtet. Und der blieb zuletzt blass. Keine Wunder, hat er sich doch selbst aus dem Spiel genommen, als er Jamaika platzen ließ. Lindner weiß: Allzu scharfe Attacken auf die Groko wären unglaubwürdig, weil es dann hieße: Du hättest ja selbst regieren können. Das lähmt die Oppositionsarbeit.

Der Supergau wären baldige Neuwahlen mit einem CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz. Der Wirtschaftsliberale würde der FDP wohl ordentlich Stimmen abjagen. Dann kann die Partei nur hoffen, überhaupt noch als Mehrheitsbeschaffer gebraucht zu werden.