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Merkel-Nachfolge
CDU diskutiert Mitgliederentscheid über Kanzlerkandidatur

  Der CDU-Abgeordnete Axel Fischer bringt einen Mitgliederentscheid ins Gespräch.
Der CDU-Abgeordnete Axel Fischer bringt einen Mitgliederentscheid ins Gespräch. FOTO: dpa / Michael Kappeler
Berlin. Vertreter des CDU-Wirtschaftsflügels machen sich weiter für eine Einbindung von Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz in die Bundesregierung und in die Parteiführung stark – ungeachtet eigener Ambitionen der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. dpa

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Fischer brachte einen Mitgliederentscheid für die nächste Kanzlerkandidatur der Union zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz ins Gespräch. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Ursula von der Leyen sieht dafür jedoch das Erstzugriffsrecht eher bei der neuen Parteichefin.

Fischer betonte, EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) habe „völlig Recht, wenn er Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer als mögliche Nachfolger von Angela Merkel ins Gespräch“ bringe. Die Frage werde „zu gegebener Zeit durch die Partei entschieden – gegebenenfalls auch durch einen Mitgliederentscheid“. Um bei der Europawahl die von Kramp-Karrenbauer versprochenen 40 Prozent für die Union zu erreichen, müsse „die Partei nicht nur im Wahlkampf personell breit aufgestellt sein und den Menschen Orientierung und Führung geben“.

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, erklärte: „Es kündigt sich leider gerade mit den deutlich schlechteren Konjunkturdaten ein wirtschaftlicher Abschwung an, der ein Umsteuern in der Wirtschafts- und Finanzpolitik erfordert. Eine überzeugende personelle wie inhaltliche Antwort darauf muss die CDU jetzt geben. Hierfür ist auch die Einbeziehung von Friedrich Merz ein ganz wichtiger Schlüssel.“



An die Adresse von Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Steiger: „Die CDU muss wieder mit allen ihren Flügeln flugfähig gemacht werden.“ Dazu gehöre, „eigenständige Positionen zuzulassen, ohne gleich jedwede inhaltliche Aussage zu personalisieren und als Majestätsbeleidigung einzuordnen“. Um die Volksparteien zu stabilisieren – und dazu könne Merz wesentlich beitragen –, sei die Unterscheidbarkeit wichtig, von der SPD, aber auch von den Grünen, mahnte Steiger und hatte dabei wohl die bisherige CDU-Chefin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, im Blick.