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Zahlreiche Privat- und Geschäftsräume durchsucht
Razzia bei Banken und reichen Bürgern

Frankfurt. Bundesweit durchsuchten Fahnder gestern Wohnungen und Geschäftsräume. Der Vorwurf: Massive Steuerhinterziehung. Als Beweis dienen den Ermittlern die sogenannten Panama Papers.

(dpa) Razzia gegen mutmaßliche Steuerhinterzieher von Sylt bis München: Ermittler haben am Mittwoch Wohn- und Geschäftsräume an bundesweit 15 Orten durchsucht. Justiz und Steuerbehörden beschuldigen acht Privatleute, über eine frühere Tochtergesellschaft der Deutschen Bank Briefkastenfirmen in Steueroasen gegründet und so Geld am deutschen Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Um welche Summe es geht, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt zunächst nicht mit. Auf die Spur der mutmaßlichen Steuerhinterzieher kamen die Fahnder über die vor drei Jahren ans Licht gebrachten „Panama Papers“.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft filzten Strafermittler und Steuerfahnder private Wohnräume der acht Beschuldigten in Bad Tölz, Erkrath, Hamburg, Konz, Simmerath und auf Sylt. Durchsucht wurden auch Geschäftsräume von sechs Vermögensverwaltungsgesellschaften in Hamburg.

„Von der Durchsuchung der Geschäftsräume von 14 Banken und Sparkassen in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Erding, Frankfurt am Main, Köln und Trier, sowie von vier Steuerberatern in Aachen, Hamburg, Hürth und München konnte abgesehen werden, nachdem diese die geforderten Beweismittel freiwillig herausgegeben haben“, teilte die Staatsanwaltschaft am Abend nach Abschluss der Aktion, an der rund 110 Beamte beteiligt waren, mit.



Die Namen der betroffenen Institute nannten die Ermittler nicht. Die Deutsche Bank teilte mit, die Ermittlungen richteten sich nicht gegen Deutschlands größtes Geldhaus, sondern gegen Privatpersonen. „Die Deutsche Bank kooperiert mit der Staatsanwaltschaft und gibt alle angeforderten Unterlagen freiwillig heraus“, erklärte ein Sprecher des Dax-Konzerns in Frankfurt: „Eine Durchsuchung der Geschäftsräume der Bank hat deshalb nicht stattgefunden.“

Allerdings standen die aktuellen Durchsuchungen nach Angaben der Ermittler im Zusammenhang mit einer öffentlichkeitswirksamen Razzia bei der Deutschen Bank wegen Geldwäsche-Vorwürfen Ende November: 170 Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt, des BKA, der Steuerfahndung und der Bundespolizei hatten vor knapp einem halben Jahr unter anderem die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt bis in die Vorstandsetage durchsucht.

Die „Panama Papers“, die Einblicke in ein verschachteltes System tausender Briefkastenfirmen gaben,  waren Journalisten zugespielt und 2016 von einem internationalen Medien-Netzwerk veröffentlicht worden. Politiker, Geschäftsleute und Prominente weltweit gerieten unter Druck und Strafverfolger wurden auf den Plan gerufen.