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Großereignis findet 2029 oder 2031 statt
Bundesgartenschau im Mittelrheintal

St. Goarshausen/Mainz. Das ging fix: Schon kurz nach Einreichen der Bewerbung bekommt das Mittelrheintal den Zuschlag für die Bundesgartenschau. Ob im Jahr 2029 oder 2031 ist aber noch nicht ganz klar.

Das Mittelrheintal wird eine Bundesgartenschau ausrichten. Statt wie bisher geplant im Jahr 2031 könnte die gemeinsame Blumenschau von Kommunen in Rheinland-Pfalz und Hessen aber auch schon 2029 veranstaltet werden, wie der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal gestern mitteilte. Die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft habe aber grundsätzlich den Zuschlag erteilt. Die Bundesgartenschau „wird daher nun definitiv kommen“.

Damit fiel überraschend schnell eine Entscheidung. Erst am Mittwoch war die Bewerbung an eine Delegation überreicht worden, die sich selbst ein Bild von der Region gemacht und verschiedene Orte besucht hatte. „So schnell haben wir mit einer Antwort nicht gerechnet“, sagte der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises und Chef des Zweckverbandes, Frank Puchtler. „Umso mehr freut uns, dass unser Konzept der Buga 2031 auf ganzer Linie überzeugen konnte.“

2019 wird in Heilbronn die nächste Bundesgartenschau über die Bühne gehen. Auch die Gastgeber für 2021 (Erfurt) und 2023 (Mannheim) stehen nach Angaben der Bundesgartenschaugesellschaft bereits fest.



Das Obere Mittelrheintal gilt mit der weltweit höchsten Burgendichte, Weinbergen und pittoresken Orten als einer der romantischsten Flussabschnitte Deutschlands. Es leidet aber auch unter Bahnlärm, teils veralteten touristischen Angeboten und Bevölkerungsschwund.

Die Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz und Hessen soll sich auf 67 Kilometern zwischen Koblenz im Norden und Bingen sowie Rüdesheim im Süden erstrecken. Eine 2017 vorgestellte Machbarkeitsstudie sieht ein Budget von 108 Millionen Euro vor, es wird mit 1,8 Millionen Besuchern gerechnet.

Auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) begrüßte den Zuschlag für das Mittelrheintal. „Die Entscheidung der Bundesgartenschaugesellschaft ist ein höchst erfreuliches Signal für das Mittelrheintal“, erklärte er.

Der politische Geschäftsführer der CDU Rheinland-Pfalz, Jan Zimmer, sprach von einer „guten Entscheidung für das Mittelrheintal und die Menschen, die dort leben“. Von diesem Projekt würden wichtige Impulse ausgehen und „noch mehr Touristen ins Mittelrheintal kommen“.

Lewentz hatte vor drei Jahren den Anstoß für die Bewerbung gegeben. Dass die Bundesgartenschau nun womöglich zwei Jahre früher ausgerichtet werde, bringe keine unüberwindbaren Herausforderungen. Ähnlich äußerte sich Landrat Puchtler: „Ich sehe auch die Buga 2029 als realistische Option für das Mittelrheintal an. Wir werden dies mit unseren Verbandsmitgliedern besprechen und entscheiden.“ Die beteiligten Kommunen hatten die Bewerbung im April mit großer Mehrheit beschlossen, 182 stimmten mit Ja und nur drei mit Nein.