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Boris Johnson in der Kritik
London will nach Tory-Parteitag Pläne für Brexit vorlegen

 Der britische Premierminister Boris Johnson muss sich derzeit zahlreicher Vorwürfe erwehren.
Der britische Premierminister Boris Johnson muss sich derzeit zahlreicher Vorwürfe erwehren. FOTO: dpa / Frank Augstein
Manchester/London. Die britische Regierung will Berichten zufolge noch in dieser Woche konkrete Vorschläge für die von ihr geforderten Änderungen am Brexit-Abkommen mit der EU vorlegen. Ein Regierungssprecher in London wollte das am Montag zunächst nicht bestätigen, sagte jedoch, es werde mit weiteren Gesprächen in dieser Woche gerechnet. dpa

Die britischen Konservativen halten derzeit ihren Parteitag in Manchester ab. Abschluss ist eine Rede von Premierminister Boris Johnson am Mittwoch.

Der Tory-Parteitag in Manchester wurde teilweise von Vorwürfen gegen Johnson und Morddrohungen gegen Aktivisten und Politiker überschattet. Mehrere Abgeordnete hatten kürzlich Johnson gebeten, seine „Kriegsrhetorik“ zu unterlassen, um nicht noch mehr Aggressionen zu schüren. Der Premier zeigte sich von der Kritik an seiner Wortwahl jedoch unbeeindruckt. Würde man Wörter wie „Kapitulation“ aus dem Diskurs verbannen, drohe die Sprache zu verarmen, so Johnson.

Auch ein angeblicher sexueller Übergriff Johnsons auf eine Journalistin machte zu Beginn der Woche Schlagzeilen. Johnson habe ihr vor etwa 20 Jahren bei einem gemeinsamen Mittagessen die Hand auf den Oberschenkel gelegt, schrieb die Sunday-Times-Kolumnistin Charlotte Edwardes. Der Regierungschef bestreitet das. „Wenn sich der Premierminister nicht an den Vorfall erinnern kann, dann habe ich eindeutig ein besseres Gedächtnis als er“, konterte Edwardes auf Twitter.